Einwintern

Wohl kein Fahrer wird met Beginn der kalten Jahreszeit seine Maschine bis zum Frühjahrsstart einfach in die Ecke stellen, sondern sie nach einem Plan einwintern.

Achtung: Für das Einwintern der hydraulischen Bremse ist einen Sonderdruck herausgegeben.

 

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An diesem Plan wollen wir mithelfen und empfehlen, vor dem Einwintern, am besten mit Beifahrer, eine Strecke von etwa 10-15 km, die möglichst Steigungen aufweist, recht flott abzufahren. Der Zweck dieser Fahrt ist, den Motor gründlich durchzuwärmen, weil wir nach der Rückkehr das Öl im Getribe- und Kettenkasten (auch wenn die km-Zahl für den Ölwechsel nicht voll erreicht ist) ablassen wollen. Warmes Öl (das dünnflüssig ist) schwemmt beim Ablassen alle Abriebteilchen und Fremdkörper besser heraus!


Zum vollständigen Durchspülen Getriebe- und Kettenkasten bis zur Kontrollmarke mit Spülöl füllen, eine kurze Abschlußrunde (3-4 km) fahren, und auch dieses Öl ablassen. Jetzt das vorgeschriebene Sommeröl (kein Winteröl, denn im Winter wollen Sie ja nicht fahren) in Getriebe und Kettenkasten einfüllen.


Nun unterziehen Sie Ihre TRIUMPH einer gründlichen Reinigung. Sie wissen es ja, wenn schon mit dem Wasserschlauch abspritzen (ist praktisch nur für die Unterseiten der Schutzbleche notwendig), dann keinen scharfen Wasserstrahl und diesen nicht direkt auf die Maschine richten, sondern das Motorrad mehr von der Seite absprühen. Motor und Naben vom Wasserstrahl verschonen! Diese Dinge werden mit einer Pril- oder Rei-Lösung (3 Eßlöffel auf einen Eimer warmes Wasser) gesäubert. Dann nochmals alles mit reinem Wasser und Schwamm abspülen und Lack- sowie Chromteile mit einem Lederlappe trocknen (abledern).


Kraftstoffleitung, Kraftstoffhahn, Schwimmergehäuse ausbauen und gründlich reinigen. (Kraftstoffhahn bei der BDG 250 und Boss-Modellen hat 2 Filter!)
Nach dieser Arbeit (wobei auch der verhärtete Schmutz in der Bohrung für die Führung der Schwimmernadel herausgekratzt wurde) und dem Zusammenbau, beginnt eine technische Handlung, deren Höhepunkt das Innenkonservieren des Motors darstellt.


Auch wenn Sie den Sommer über ein Spezial-Zweitaktöl mit Korrosionsschutz gefahren haben, ist eine Innenkonservierung nicht von Nachteil, denn die Korrosion - der Rost - ist der Motorfeind Nr. 1! Er zerstört die auf das tausendstel Millimeter genauen und feinstbearbeiteten Laufflächen der Kurbeltrieblager, greift die Kolbenringe und beim Graugußzylinder auch die Zylinderlaufbahnen an.


Gelingt es der Korrosion, an diesen Stellen Fuß zu fassen, dann gibt es keinen sorglosen Frühjahrsstart, sonders erst eine kostspielige Reparatur!


Der kluge Fahrer beugt vor und führt eine Innenkonservierung durch. Der Korrosionsschutz wirkt 100%, wenn man es richting macht. Die Kosten sind gering, denn eine Dose mit 200 ccm SHELL-Ensis-Öl 452 kostet DM -.65. (Wir empfehlen auch das ENERGOL-Rostschutzöl.) 20 ccm (Eßlöffel haben 15-18 ccm Inhalt) genügen für eine Innenkonservierung, wenn diese Menge bei ausgeschaltener Zündung durch den Vergaser angesaugt und zerstäubt in den Motor gelangt und als Ölfilm alle Teile schützend überzieht.


Hierzu:

  1. Motor kurz fast auf Vollgas bringen,
  2. Benzinehahn schließen,
  3. Zündschlüssel abziehen und
  4. in diesem Augenblick bei geöffneten Gasschieber ca. 20 ccm Rostchutzöl über den Vergaser vom Motor absaugen lassen. (Luftfilter abnehmen!)


Nach den Innenkonservierung Luftfilter - gemäß den Richtlinien der Betriebsanleitung behandeln - anklemmen, und der Motor bleibt bis zum Frühjahr still.


Verleitet ein verfrühter Sonnenstrahl, den Motor auch nur mal so ganz laufen lassen, dann bedenken Sie bitte, daß schon wenige Arbeitstakte den Schutzfilm zerstören, also den Korrosionsschutz aufheben, und eine erneute Innenkonservierung notwendig ist.


Nun wollen wir die den Sommer über oft vernachlässigte Hinterradkette (Ausbauanleitung siehe Handbuch!), die zur Beruhigung des Gemütes ab und zu - aber fälschlicherweise - etwa geölt wurde, gründlich in Waschbenzin säubern und nach dem "Einweichen" wirklich jedes Kettenglied mehrere Male im Bad einzeln abknicken, damit auch aller Schmutz herauskommt!


Die so gereinigte Kette schön zusammengerollt für eine halbe bis eine Stunde in eine Dose mit Kettenfließfett nach der betreffenden Gebrauchsanleitung einlegen. Diese Zeit aber einhalten, damit zwischen Rollen, Hülsen und Nietbolzen genügend Fett einfließen kann. Danach die Kette aufhängen und überschüssiges Fett in die Dose abfließen lassen. Die Kette nach den Richtlinien der Betriebsanleitung einbauen.


Die Batterie übergibt man zweckmäßigerweise einem Batterie-Pflegedienst. Die sachgemäße Überwachung rechtfertigt die geringen Kosten. Für den Bastler, der das Entladen und Laden der Batterie selbst durchführen will, haben wir eine Anleitung des Herstellerwerkes beim Kauf des Motorrades mitgeliefert.


Nun alle Schmierstellen nach dem Schmierplan abschmieren. Den Lichtmaschinendeckel abnehmen, Teile der Lichtmaschine, wie auch Lichtmaschinendeckel mit einem weichen Lappen trocken tupfen, Schmierfilz einfette, Gewinde von Schrauben und Muttern, die öfters gelöst werden, - z.B. von der Steckachse - zweckmäßigerweise mit einem aus Paraffinöl und Graphit angerührten Brei bestreichen.


Jetzt erst wollen Sie den Lack Ihrer TRIUMPH mit einem Pflegemittel behandeln (am besten einsprühen), und auch die Chromteile mit säurefreier Vaseline einreiben. Ihr Motorrad ist für die Winterruhe vorbereitet. Sie bocken es so auf, daß die Reifen nicht den Boden berühren, lassen den Luftdruck auf 0,8 - 1 atü ab und decken das Fahrzeug zu.


Ihre TRIUMPH wird für diese Pflege dankbar und im Frühjahr startklar sein!